Ich möchte mich bei allen für die lieben Glückwünsche bedanken.
Das war ein unbeschreibliches Gefühl, diese alle zu lesen, zu hören
oder auch von anderen übermittelt zu bekommen. Und Ihr habt
wirklich jede Möglichkeit genutzt, sie mir zu übermitteln:
beieindruckend.
Außerdem möchte ich hiermit die Chance nutzen, mich bei allen, die
zu meinem Erfolg beigetragen haben, zu bedanken.
Wem gebührt der größte Dank? Allen!
- meiner Familie, meinem Freund und seiner Familie, ohne Sie würde
ich heute kein Biathlon mehr betreiben
- meinen derzeitigen Trainer und auch an alle vorangegangen Trainern,
die mir alles beigebracht haben, was ich im Sport wissen muss
- wirklich Jedem, der mir im Leben geholfen hat, wie Freunde,
Betreuer, Techniker, ehemalige Lehrer und Erzieher,
Physiotherapeuten und Ärzte, Arbeitgeber, Vereinskameraden, Sponsoren, Trainingskameraden und einfach allen netten Leuten.
Herzlichsten Dank
Eure Lisa
Bronze-Medaille im Einzel bei der Junioren-Weltmeisterschaft !!!
Ich wollte zur Weltmeisterschaft aufs Treppchen und habe es gleich
beim ersten Wettkampf geschafft.
Wen interressiert dann noch, dass am Vormittag der Schlagbolzen an
meinem Gewehr gebrochen ist, die Techniker das in Windeseile reparieren
mussten und meine Waffe im Wettkampf "nur" einen Aussetzer hatte.
Alles unwichtig! Ich bin dort, wo ich hin wollte! Und überglücklich.
Sprint: Nicht mein Tag! Ich bin mit Halsschmerzen aufgewacht und hatte
wirklich Angst: Jetzt werde ich krank. Im Rennen ging es besser als
erwartet, doch der dicke Hals hat mir arg zu schaffen gemacht.
Dann hat ich auch noch das ultimative Erlebnis am Stand: Ich hatte
mich gerade hingelegt und ein paar Rasten am Diopter verstellt, weil
ich ganz schlimmen Sturm am Skistand hatte, als auf einmal die
Nachbarmatte über mich hinweg flog. Ein Schlag von rechts und ich wusste: Ich muss noch mehr verrasten. Ein Schuss gemacht
und der Wind drehte wieder in die komplett andere Richtung. Von den ganzen Kampfrichtern um mich rum habe ich beim
erneuten Verstellen meiner Waffe und dem restlichen Schießen nichts mitbekommen. Platz 13
Zumindest war ich Sieger der Herzen in diesem Rennen!
Verfolgung: Platz 9 mit 5 Schießfehlern und damit drittbeste Deutsche. .
Staffel: Ich bin einfach nur glücklich, dass ich starten durfte. Im
Liegendschießen war die Aufregung einfach zu groß und es hat nicht
funktioniert. Ich hab noch mal alles versucht, aber die Tschechen
waren einfach souverän.
3. Platz - darauf kann man trotzdem stolz sein.
Einige Bilder in höherer Auflösung in der Galerie.
.
Europameisterschaft UFA/Russland (28.02. - 04.03.2009).
Ich darf noch einmal bei den Juniorinnen starten, deshalb werde ich wohl in den Übertragungen von Eurosport nicht zu sehen sein.
Alle Wettkämpfe aber im Live-Ticker von http://services.biathlonresults.com/datacenter.aspx.
Samstag, 28.02 Sprint - Platz 5 Juniorinnen
Sonntag, 01.03.Verfolgung - Platz 10
Mit meinen Gedanken war ich wohl sonstwo - 7 Fehler.
Dienstag, 03.03. Einzel - Platz 13
Da nützt die gute Laufzeit nicht, wenn ich wieder 6 Fehler schieße.
(Mittwoch, 04.03. 7.00 Uhr Staffel)
Bild von der Sprint-Siegerehrung in der Galerie groß.
Kulturschock Russland
Wahrscheinlich kann man das alles nur glauben, wenn man es gesehen hat. Für mich ist Russland jedenfalls der absolute Kultur-
schock. Die Anreise ist hier beschrieben. Fast so geht es weiter. Elendsecken gibt es hier, wie man sie in Europa sonst nicht kennt.
Reichtum auch. Der Schnee ist grau vom Dreck, aus der Nase krümelt es genauso schwarz. Das Essen ist fettig, dazu wässrige
Nudeln ohne Soße. Die Waffe dürfen wir aus Sicherheitsgründen auch zum Trockentraining nicht aufs Zimmer nehmen, dafür
werden wir ständig von Wächtern mit Kalaschnikows überwacht. Einkaufen gehen wir nur zu Dritt und mit männlicher Begleitung.
Abends traut sich keiner mehr raus.
Es gibt auch Lichtblicke: Die Eröffnungsfeier war toll. Mir hat besonders das Feuerwerk gefallen. Schön ist es anzusehen, wie die
Menschen hier in Massen in Familie im Stadtpark spazieren gehen. Sogar mit Skiern fahren sie im Park. Anders als in Canmore, wo
sich kaum ein Zuschauer zu uns verirrte, ist das Stadion hier in Ufa total überfüllt. An der Strecke steht niemand, das ist wohl aus
Sicherheitsgründen für uns Sportler verboten.
Jetzt hoffe ich nur, dass ich endlich einmal richtig schlafen kann. (Siehe Bericht letzter Absatz)
Eure Lisa